Marco Fien spricht mit Micro in der Hand auf Bühne.

„Ich möchte, dass wir mit ,Autism at Work' auch andere Unternehmen dazu ermutigen, ähnliche Initiativen zu starten.“

Interview mit Marco Fien – Projektlead Autism at Work Deutschland bei SAP SE

Im November und Dezember widmen wir uns dem Thema Behinderung in der Arbeitswelt. Inhaltliche Unterstützung bekommen wir dabei von unseren Unternehmenspaten SAP, die in Deutschland eine Vorreiter-Rolle bei der Integration von Beschäftigten mit Behinderung am Arbeitsplatz haben. Wir haben Marco Fien, Projektlead Autism at Work Deutschland bei SAP SE, zu seiner Arbeit am Thema gefragt.

Herr Fien, wie profitiert SAP konkret vom Programm „Autism at Work“ in Deutschland?

Viele Menschen aus dem Autismus-Spektrum schätzen die IT aufgrund ihrer strukturierten Natur und ihres eindeutigen, präzisen und vorhersagbaren Ergebnisses wie z.B. in der Software Entwicklung und Programmierung. Dies ist eine Win-Win-Situation für beiden Seiten. Bei Autism at Work stehen die persönlichen Kompetenzen und Stärken sowie die Rücksichtnahme auf die besonderen Bedürfnisse jeder und jedes einzelnen Beschäftigten im Fokus. Wir stellen Kolleginnen und Kollegen mit Autismus aus denselben Gründen ein, wie Kollegen und Kolleginnen ohne Autismus-Diagnose: Wir möchten die besten Talente gewinnen, möglichst viele verschiedene Perspektiven und Denkweisen in den Arbeitsalltag einbeziehen und von einzigarten Fähigkeiten profitieren, die die Grundlage für Innovation bilden. Ausgeprägtes logisches Denkvermögen, ein extrem gutes Auge für Details und geringe Toleranz gegenüber Fehlern sind nur einige der speziellen Stärken und Fähigkeiten, die Menschen mit Autismus aufweisen können und daher sehr gut in unser Unternehmen passen. Teams profitieren nicht nur von den speziellen Fähigkeiten der Kolleginnen und Kollegen, sondern werden sich darüberhinaus ihrer eigenen Kommunikation noch mehr bewusst.

Welche besonderen Ansprüche haben autistische Beschäftigte an ihren Arbeitsplatz und ihre Kolleginnen und Kollegen?

Der Unterstützungsbedarf unserer Kolleginnen und Kollegen ist ganz individuell. Bei Autism at Work bieten wir den besonderen Unterstützungsrahmen „Autism at Work Support Circle“, der ein autismus-freundliches Umfeld am Arbeitsplatz garantiert und die individuellen Talente und Fähigkeiten zur Entfaltung bringt. Gemeinsam mit den Buddys der jeweiligen Teams, einer Gruppe von Mentorinnen und Mentoren, dem SAP Gesundheitswesen und dem Autism-at-Work-Team bieten wir Hilfe und Beratung an, um passende und nachhaltige Rahmenbedingungen für unsere Beschäftigten mit Autismus zu schaffen. Dies reicht von der Reizreduzierung in den Büros durch z. B. den Einsatz spezieller Kopfhörer, über Unterstützung in der Kommunikation, bis hin zur Strukturierung des Arbeitsalltags. Der Autism at Work Support Circle enthält neben den verschiedenen Unterstützern auch ein Team-Training über Autismus für die Teams, in denen der oder neue Kollege oder Kollegin eingestellt wird. Ein offener und ehrlicher Umgang unter allen Beteiligten bildet hierbei das Fundament für eine erfolgreiche und vor allem nachhaltige Unterstützung.

Wie hat Sie Ihre Arbeit für „Autism at Work“ persönlich beeinflusst?

Ich habe sehr große Freude an meiner Arbeit bei Autism at Work. Es begeistert mich tagtäglich immer wieder aufs Neue, unsere Beschäftigten in ihrer Arbeit bei SAP aufblühen zu sehen. Die Bewerbungen, die wir normalerweise für Autism at Work erhalten, sind nicht immer die geradlinigsten Lebensläufe. Viele Bewerber_innen haben in früheren Stationen im Leben sehr schlechte Erfahrungen machen müssen, sei es in der Schule, in der Universität oder im Beruf. Es macht mich daher sehr glücklich, dass wir mit dem Programm Autism at Work Rahmenbedingungen ermöglichen, an dem jede_r so sein kann, wie man ist. Ich erhoffe mir für die Zukunft, dass wir mit unserem Leuchtturmprogramm „Autism at Work“ auch andere Unternehmen dazu ermutigen können, ähnliche Initiativen zu starten. Der Bedarf am Arbeitsmarkt ist jedenfalls weiterhin sehr groß.

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