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Horizonte

Berliner Wasserbetriebe

  • Themenfokus
    Ethnische Herkunft
  • Zielgruppe
    Junge Erwachsene
  • Beginn der Maßnahme
    Januar 2016
  • Verankerung
    Personalmanagement / technische Ausbildung
  • Segment
    Unternehmen
  • Tätigkeitsbereich
    Entsorgung, Abwasser-, Abfallbeseitigung
  • Bundesland
    Berlin
  • Anzahl Beschäftigte in D
    4400

Profil

Seit über 160 Jahren versorgen die Berliner Wasserbetriebe die Hauptstadt und Teile des Umlands mit Trinkwasser und behandeln das Abwasser. Heute sichert das Unternehmen die Trinkwasserversorgung für 3,6 Millionen Berlinerinnen und Berliner und reinigt das Abwasser mit modernster und innovativer Technik. Das besondere Augenmerk gilt dabei dem gleichermaßen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Management des Wasserkreislaufs.

Ausgangslage & Ziel

Die Zukunft der jungen Berlinerinnen und Berliner liegt den Berliner Wasserbetrieben am Herzen. Jährlich bildet das Unternehmen 80 junge Menschen in insgesamt 18 technischen, kaufmännischen und akademischen Berufen aus.

Seit 2010 werden jährlich sechs junge Berlinerinnen und Berliner mit schwierigen Bildungsbiografien durch eine Einstiegsqualifizierung reif für das Erlernen eines Berufes bei den Berliner Wasserbetrieben gemacht. Aufgrund der guten Ergebnisse des Projekts und vor dem Hintergrund der großen Herausforderung, vor der das Land Berlin durch die Flüchtlingswelle stand, hat das Unternehmen das Programm 2015 für sechs Geflüchtete geöffnet.

Ziel von „Horizonte“ ist es, die jungen Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren auf eine reguläre Berufsausbildung vorzubereiten. Dies geschieht durch Betriebspraktika sowie kontinuierliche sozialpädagogische Betreuung. Die Geflüchteten erhalten außerdem Sprachunterricht. Dieses Maßnahmenpaket haben die Berliner Wasserbetriebe gemeinsam mit der Bunde-sagentur für Arbeit, der Initiative Arrivo Berlin und der gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen (GFBM) geschnürt.

„Geflüchtete suchen Arbeit, die Berliner Betriebe benötigen Fachkräfte. ‚Horizonte‘ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man beide Probleme lösen kann,“ kommentierte Dilek Kolat, Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, zum Start des Programms.

Umsetzung

Flyer in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch halfen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten auf die Qualifizierungsmaßnahme bei den Berliner Wasserbetrieben aufmerksam zu machen. Zusammen mit der Initiative Arrivo Berlin wurden sechs Geflüchtete aus Afghanistan, Ägypten, Äthiopien, Iran, Pakistan und Syrien ausgewählt, die zusammen mit sechs Berliner Jugendlichen mit schwierigen Bildungsbiografien am 5. Januar 2016 ihr sechsmonatiges Praktikum starteten. Das Programm durchliefen die jungen Flüchtlinge in Tandems mit den Berliner Jugendlichen, was die Sprachentwicklung förderte und die Integration der Geflüchteten unterstützte.

Bis Anfang April übten sich die Praktikanten im Ausbildungszentrum der Berliner Wasserbetriebe in Berlin-Lichtenberg in den klassischen Disziplinen für gewerbliche Azubis, u. a. im Löten, Schweißen, Feilen oder Drehen. Ab April wurden sie in Werken und Betriebsstellen des Unternehmens eingesetzt. Einmal pro Woche erhielten die Jugendlichen durch die GFBM eine erweiterte fünfstündige Sprachausbildung, mit dem Ziel, sie auch sprachlich auf eine Ausbildung vorzubereiten. Darüber hinaus wurden sie sozialpädagogisch betreut.

Ergebnisse

Zehn der zwölf Teilnehmer des „Horizonte“-Programms starteten im September 2016 eine reguläre Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben, davon fünf Geflüchtete. Nun werden sie zu Anlagenmechanikern, Industriemechanikern, Elektronikern für Betriebstechnik, Mechatronikern, IT-Systemelektronikern und Fachkräften für Rohr-, Kanal und Industrieservice bzw. für Wasserversorgungstechnik ausgebildet.

„Alle Beteiligten sind hochzufrieden“, so berichtet Robert Quosigk, Ausbilder der Mechatroniker und Mitglied des Ausbilder-Teams der Berliner Wasserbetriebe. „Die Jungs haben erkannt, welch großartige Chance das Programm für sie bedeutet, und sind überglücklich. Und ja, auch ich bin stolz auf dieses Ergebnis. Die Berliner Wasserbetriebe haben damit die Möglichkeit, ein paar gute neue Mitarbeiter zu bekommen.“

Als erstes landeseigenes Unternehmen der Hauptstadt, haben die Berliner Wasserbetriebe jungen Geflüchteten eine Einstiegsqualifizierung angeboten. Sie verbinden damit ihre guten Erfahrungen mit dem erfolgreich erprobten Modell der Einstiegsqualifizierung zur Fachkräftegewinnung und Förderung der Vielfalt im Unternehmen mit ihrem Engagement für geflüchtete Menschen in Berlin. Das Programm „Horizonte“ ist eine Bereicherung für das Unternehmen und wird auch 2017 fortgesetzt.

„Mit dem Projekt ‚Horizonte‘ nehmen wir unsere soziale Verantwortung als kommunales Berliner Landesunternehmen wahr und stellen uns den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit dem Projekt gehen wir einen neuen Weg und fördern aktiv die Vielfalt unseres Unternehmens. Unser Ziel ist es, im Sinne der Chancengleichheit motivierte Fachkräfte für die Wasserbetriebe zu gewinnen, selbst auszubilden und Perspektiven zu schaffen“, fasst Kerstin Oster, Personalvorständin der Berliner Wasserbetriebe, zusammen.

Berliner Wasserbetriebe/ AKUT/Lars Reimann
 
  • Name der Organisation
    Berliner Wasserbetriebe
  • Website
  • Ansprechpartner und Funktion
    Dana Buchholz, Leiterin Personalmanagement. Sophia Zannoth, Mitarbeiterin Personalmanagement
  • Ansprechpartner Email
  • Ansprechpartner Telefon
    030.8644-55666
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