Geschlecht

Die Dimension „Geschlecht“ spielt im Diversity Management in Deutschland schon immer eine große Rolle. Einerseits finden Frauen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend Anerkennung als eine bisher nicht genügend beachtete Beschäftigungsressource. Andererseits zeigen Studien, dass die in Zukunft benötigten Kompetenzen eher Frauen zugeschrieben werden und somit geschlechtergemischte Teams ein Erfolgsfaktor sind. Das Ziel ist, Männer und Frauen gleichermaßen langfristig und nachhaltig in allen Bereichen des Arbeitsmarktes einzubinden.

Dennoch ist Diversity Management keine Maßnahme zur Frauenförderung. Es geht dabei nicht um die reine Repräsentation der biologischen Geschlechtervielfalt, wie zum Beispiel durch einen bestimmten Prozentsatz an Frauen in Führungspositionen. Ziel ist vielmehr die Berücksichtigung geschlechterspezifischer Werte, Verhaltensweisen, Umstände und Präferenzen. Um nachhaltige Lösungen zu finden, untersuchen Organisationen vor allem die Einstellungs- und Personalentwicklungsprozesse auf „Filter“, die in Organisationen eine „gläserne Decke“ entstehen lassen – also einer Ebene, ab welcher der Anteil von Frauen signifikant abnimmt.

Ist ein Arbeitsumfeld von einem Geschlecht dominiert, erschwert das die Entwicklung und Entfaltung von Arbeitskraft. Das zeigt sich nicht nur in der technischen oder der IT-Branche, die männlich bestimmt sind. Das gilt auch für Berufe im sozialen Bereich oder in der Kommunikation, die – bis zu einer bestimmten Ebene – in der Mehrzahl von Frauen ausgeübt werden. Optimal dagegen ist eine Kultur, in der sich alle Geschlechter motiviert fühlen, ihren Beitrag zu leisten. Ist ein Geschlecht deutlich unterrepräsentiert, werden die entsprechenden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter oft unbewusst ausgegrenzt oder besonders behandelt. Dieses Phänomen ist bei allen Minderheiten bis zu einer Repräsentation von 30 Prozent festzustellen und lässt darüber hinaus nach. Mit gezielten Programmen können Organisationen dem Minderheiten-Effekt seine Wirkung zu nehmen.

Das Thema Work-Life spielt für viele Organisationen im Hinblick auf die Dimension „Geschlecht“ eine Rolle. Doch nicht nur Frauen und Arbeitskräfte der „Generation Y“ haben im Hinblick auf die verbleibende Freizeit sowie der Art und Weise des Arbeitens ihre Präferenzen und Anforderungen. Auch Männer greifen zunehmend auf Programme zurück, die ihnen beispielsweise mehr Zeit mit ihrer Familie ermöglichen. Um sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren zu können, stellen Organisationen bisherige Arbeitsmodelle in Frage und entwickeln sie weiter.

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