Geschlecht und geschlechtliche Identität

Die Dimension Geschlecht spielt im Diversity Management in Deutschland eine große Rolle. Geschlechterverhältnisse prägen Organisationen nachhaltig. Geschlechtliche Identitäten sind mit männlichen, weiblichen, trans* und inter* Menschen zudem sehr vielfältig.

Ziel des Diversity Managements ist es, Stereotype abzubauen. Das gilt im Hinblick auf alle biologischen Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten. In vorurteilsfreien Organisationen herrscht ein Klima der Offenheit, in dem kein Legitimations- und Rechtfertigungsdruck besteht. Geschlecht und die geschlechtliche Identität haben keinen Einfluss auf die Verteilung von Ressourcen, Aufgaben oder Verantwortung unter den Beschäftigten einer Organisation.

Ist ein Arbeitsumfeld von einem Geschlecht dominiert, erschwert das die Entwicklung und Entfaltung von Arbeitskraft. Das zeigt sich nicht nur in der technischen oder der IT-Branche, die männlich bestimmt sind. Das gilt auch für Berufe im sozialen Bereich, die – bis zu einer bestimmten Ebene – in der Mehrzahl von Frauen ausgeübt werden. Optimal dagegen ist eine Kultur, in der sich alle motiviert fühlen, ihren Beitrag zu leisten. Sind einige Geschlechter deutlich unterrepräsentiert, werden die entsprechenden Mitarbeiter_innen oft unbewusst ausgegrenzt, besonders behandelt oder, zum Beispiel bei inter* Menschen, nicht mitgedacht und berücksichtigt. Ein Beispiel dafür ist die „gläserne Decke“, die in erster Linie Frauen daran hindert, Führungspositionen zu erreichen. Mit gemischten Teams und gezielten Programmen können Organisationen an der Unterrepräsentanz bestimmter Gruppen und unbewussten Vorurteilen arbeiten.

Im Vordergrund jeglicher Maßnahmen steht, dass alle sich einbezogen fühlen und allen Raum für individuelle Lebensgestaltung gegeben wird. So entsteht eine produktive Arbeitsumgebung.

Ein erster Ansatzpunkt ist eine inkludierende, gendergerechte Sprache intern und nach außen. Richtlinien in Unternehmen und Institutionen zum Beispiel im Umgang mit bürokratischen Formalia bei einer Transition helfen, Verunsicherung bei Führungskräften abzubauen. Weitere Schritte nehmen die ungleiche Bezahlung der Geschlechter, Inanspruchnahme von Elternzeit von Vätern sowie Teilzeitmodelle für alle Geschlechter in Führungspositionen in Angriff. Außerdem eignen sich Netzwerke, die allen Beschäftigten offenstehen, für die Interessensvertretung marginalisierter Gruppen.

Der * steht stellvertretend für die vielen Bezeichnungen und Ausprägungen von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, die weit über intersexuell, intergeschlechtlich, transsexuell, transident etc. hinausgehen.

Wir danken Lena Balk, Dr. Thomas Köllen, Prof. Dr. Barbara Sieben und Lucie Veith für die Unterstützung und Gespräche im Zusammenhang mit der Überarbeitung unserer Dimensionen.


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Mehrzahl der Väter nimmt bei Elternzeit weiterhin nur Mindestdauer in Anspruch

Viele Väter befürchten bei längerer Auszeit negative berufliche Konsequenzen

Die Anzahl der Väter, die in Elternzeit gehen und Elterngeld beziehen, ist seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 deutlich angestiegen: Während vor 2007 nur drei Prozent der Väter davon Gebrauch machten, sind es mittlerweile fast 37 Prozent. Die Dauer der Elternzeit beträgt jedoch meistens nur die Mindestzeit, die notwendig ist, um den vollen Förderbetrag zu erhalten. Die Gründe dafür sind finanzielle Einbußen, der Wunsch der Partnerin, ein volles Jahr Elternzeit zu nehmen, sowie die Angst vor negativen beruflichen Konsequenzen (20 Prozent der Väter, die keine Elternzeit genommen haben, äußerten diese Sorge).

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Berufswahl nach herkömmlichen Mustern

Männer dominieren in Deutschland nach wie vor viele technisch geprägte Berufe

Im vergangenen Jahr arbeiteten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) fast 2 Millionen Männer in der Berufsgruppe Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Ihr Anteil liegt hier bei 89 Prozent. In Informatik- und anderen Informations- und Kommunikationstechnikberufen (IKT) waren 85 Prozent. Besonders selten sind Männer als Grundschullehrer tätig. Der Anteil sank dort von 10 Prozent im Jahr 2012 auf nun 9 Prozent. Einen leichten Anstieg von männlichen Beschäftigten gibt es in der Altenpflege und Kinderbetreuung.

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Artikel über Diversity und Diversity Management

Mit einem Interview unserer Geschäftsführerin Aletta Gräfin von Hardenberg  

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