Horizonte

Berliner Wasserbetriebe AöR

Seit über 160 Jahren versorgen die Berliner Wasserbetriebe die Hauptstadt und Teile des Umlands mit Trinkwasser und entsorgen das Abwasser. Heute sichert das Unternehmen die Trinkwasserversorgung für 3,6 Millionen Berlinerinnen und Berliner und reinigt das Abwasser mit modernster und innovativer Technik. Das besondere Augenmerk gilt dabei dem gleichermaßen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Management des Wasserkreislaufs.

Die Zukunft der jungen Berlinerinnen und Berliner liegt den Berliner Wasserbetrieben am Herzen. Jährlich bildet das Unternehmen 80 junge Menschen in insgesamt 17 technischen, kaufmännischen und akademischen Berufen aus. Seit 2010 werden zusätzlich Jugendliche mit schwierigen Bildungsbiografien durch eine Einstiegsqualifizierung fit für eine Ausbildung gemacht. Da Berlin 2015 aufgrund der zunehmenden Migration von Geflüchteten vor einer großen Herausforderung stand, haben die Berliner Wasserbetriebe das Programm in diesem Jahr für Geflüchtete geöffnet. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von der Bundesagentur für Arbeit, der Initiative Arrivo Berlin und der gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen (GFBM).

Das Einstiegsqualifizierungsprogramm durchlaufen die jungen Geflüchteten in Tandems mit den Berliner Jugendlichen, wodurch die Sprachentwicklung gefördert und die Integration unterstützt wird. Während der Einstiegsqualifizierung erhalten die Teilnehmenden Unterricht in Deutsch, Mathematik und Physik sowie sozialpädagogische Betreuung. Flyer in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch halfen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten auf die Qualifizierungsmaßnahme bei den Berliner Wasserbetrieben aufmerksam zu machen. Am 5. Januar 2016 starteten erstmals sechs Geflüchtete zusammen mit sechs Berliner Jugendlichen ihr sechsmonatiges Praktikum. Zehn der zwölf Teilnehmer_innen des Einstiegsqualifizierungsprogrammes begannen im September 2016 eine Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben, davon fünf Geflüchtete.

„Das Horizonte-Programm ist ein voller Erfolg. Durch unser Engagement nehmen wir unsere sozialpolitische Verantwortung als Landesunternehmen wahr. Wir gehen mit gutem Vorbild voran und wollen andere Handwerksbetriebe dazu ermutigen, Menschen mit ausländischen Wurzeln bei der Personalauswahl stärker zu berücksichtigen. Angesichts des Fachkräftemangels stellt die Integration durch Arbeit für die deutsche Wirtschaft eine große Chance dar.“

Kerstin Oster, Personalvorständin

Bislang haben insgesamt 13 von 19 Geflüchteten nach der Einstiegsqualifizierung eine Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben begonnen, etwa als Mechatroniker, IT-Systemelektroniker, Fachkraft für Wasserversorgung und Anlagenmechaniker. Um auch junge geflüchtete Frauen für eine technische Ausbildung zu gewinnen,  wird diese Zielgruppe in Informationsveranstaltungen speziell angesprochen.

Als erstes landeseigenes Unternehmen der Hauptstadt, haben die Berliner Wasserbetriebe jungen Geflüchteten eine Einstiegsqualifizierung angeboten. Sie verbinden damit ihre guten Erfahrungen mit dem erfolgreich erprobten Modell der Einstiegsqualifizierung zur Fachkräftegewinnung und Förderung der Vielfalt im Unternehmen mit ihrem Engagement für geflüchtete Menschen in Berlin. Das Programm ist eine Bereicherung für das Unternehmen.

Projektübersicht

Themenfokus Ethnische Herkunft
Zielgruppe Junge Beschäftigte
Beginn der Maßnahme Januar 2016
Verankerung Personalmanagement / technisch-gewerbliche Ausbildung
Segment Öffentlich
Tätigkeitsbereich Kommune
Bundesland Berlin
Name der OrganisationBerliner Wasserberiebe AöR

Ansprechperson

Dana Buchholz, Leiterin Personalmanagement; Sophia Zannoth, Mitarbeiterin Personalmanagement
Zum Unterzeichnerprofil von Berliner Wasserbetriebe AöR

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Das Arbeitsmarktinstrument der Einstiegsqualifizierung geht zurück auf den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" zwischen Wirtschaft und Politik aus dem Jahr 2004. Ziel des Programms ist es, Jugendliche mit Startschwierigkeiten in das Berufsleben anzusprechen und ihnen einen fairen Zugang zu Bildung zu ermöglichen: Um ausreichend Fachkräfte für die Zukunft zu finden, gilt es junge Menschen beim Berufseinstieg zu unterstützen. Lesen

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