Ein junger Auszubildender telefoniert am Arbeitsplatz.

Förderung der Vielfalt in der Ausbildung

Deutsche Telekom AG

Ausgangslage & Ziel

Im Zuge des demographischen Wandels wird es für Unternehmen immer bedeutsamer, sich neue Talentströme zu erschließen und vorhandene noch besser auszuschöpfen. Daher fördert die Deutsche Telekom junge Menschen unterschiedlicher Bildungsniveaus und Bedürfnisse.

Das Ziel der Deutschen Telekom ist es den jungen Menschen, egal welchen Geschlechts, welcher ethnischen oder sozialen Herkunft oder möglichen körperlichen Behinderungen, Chancengleichheit zu gewährleisten und entsprechend ihrer Fähigkeiten und Talente zu entwickeln.

Umsetzung

Grundlage für die Unterstützung der Heterogenität der Nachwuchskräfte ist die Anwendung eines talentorientierten Auswahlverfahrens. Damit geht der Konzern weg von einer Auswahl nach Notendurchschnitten und hin zu einer Auswahl nach Talenten, Stärken und Interessen der Bewerber_innen, die für den jeweiligen Ausbildungs- /Studiengang und die berufliche Perspektive bei der Deutschen Telekom erforderlich sind. Auf diese Weise können Talente gewonnen und bisher ungenutzte Bewerberreservoire ausgeschöpft werden.

Besonders hervorzuheben sind dabei schwer vermittelbare Jugendliche, die in Familien mit Hartz-IV-Hintergrund nach SGB II leben und deren Perspektiven für den Berufseinstieg durch Lernbeeinträchtigungen oder fehlende Ausbildungsreife geschmälert sind. Für diese Zielgruppe bietet die Deutsche Telekom seit 2009 in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit das Einstiegsqualifizierungspraktikum (EQ) an. EQ ist ein Ein-Jahres-Praktikum, bei dem Jugendliche in das erste Ausbildungsjahr eines Ausbildungsberufes integriert werden. Sie besuchen somit wie reguläre Auszubildende die Berufsschule und absolvieren ihren Betriebseinsatz in den Konzerneinheiten der Deutschen Telekom. Dabei können sie ihre Talente austesten und für sich feststellen, ob der gewählte Ausbildungsberuf und die Telekom zu ihnen passen. EQ ist ein Praktikum mit Perspektive, bei dem sich Einsatz auszahlt: Nach erfolgreicher Beendigung besteht die Möglichkeit, die Ausbildung im ersten Ausbildungsjahr zu beginnen. Bei besonders guter Leistung wird das Praktikum auch an die Ausbildung angerechnet, so dass die Jugendlichen direkt in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen können.

Ein weiteres Projekt, welches die Deutsche Telekom mit der Bundesagentur für Arbeit durchführt, ist die Ausbildung und das duale Studium in Teilzeit. Seit 2011 bietet die Telekom jungen alleinerziehenden Müttern und Vätern eine Ausbildung oder ein duales Studium mit reduzierter Arbeitszeit an. Um es den jungen Menschen zu ermöglichen, neben ihrem „Vollzeit-Job“ als Eltern auch eine berufliche Erstausbildung zu absolvieren, kann die Arbeitszeit auf 25 Stunden verringert werden. Berufsschul- beziehungsweise Hochschulzeiten sind jedoch vollständig zu erbringen.

Darüber hinaus sieht der Konzern die Chance für und in Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die je nach Einwanderungsgeneration und/oder Herkunftsland besonderen Problemen auf dem Arbeitsmarkt gegenübergestellt sind, in Frauen in technischen Studiengängen und in schwerbehinderten Jugendlichen. Mit Hilfe einer talentorientierten Auswahl erhalten die Jugendlichen faire Voraussetzungen und eine individuelle sowie ihren Stärken und Schwächen entsprechende Förderungen.

„Mit dem Einstiegsqualifizierungspraktikum und der Ausbildung in Teilzeit wollen wir jungen Menschen, die bisher z.B. aufgrund ihrer familiären Situation eine Ausbildung nicht absolvieren konnten, einen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Durch die Integration in die regulären Ausbildungsstrukturen und -gruppen wird von Beginn an der Vielfaltgedanke in unserer Ausbildung gelebt.“
Marina Kuttig, Leitung Nachwuchskräfteentwicklung

Ergebnisse

Die Chancen des talentorientierten Auswahlverfahrens zeigen sich in der Vielfalt der Auszubildenden und dual Studierenden der Deutschen Telekom. So beschäftigt der Konzern im Jahr 2016 rund 1% schwerbehinderte Auszubildende und dual Studierende und liegt damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt der Bevölkerung mit Schwerbehinderungen in der entsprechenden Altersklasse. Darüber hinaus gehören 9,2% der lernenden Auszubildenden und dual Studierenden einer von insgesamt 65 anderen Nationalitäten als deutsch an. Hinsichtlich des Frauenanteils in technischen Studiengängen hat die Telekom in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Während dieser in 2010 noch bei 11% lag, hat er in 2016 nunmehr 21% erreicht.

Des Weiteren hat der Konzern von 2009 bis 2016 insgesamt 699 EQ-Praktikanten und -Praktikantinnen eine berufliche Perspektive eröffnet. Davon konnten 69% eine Ausbildung beginnen. 27% wurden ins 1. Ausbildungsjahr und weitere 73% direkt ins 2. Ausbildungsjahr übernommen.

Und bei den Teilzeit-Auszubildenden/Studierenden haben seit 2011 insgesamt 203 Alleinerziehende ein Studium oder eine Ausbildung in Teilzeit bei der Deutschen Telekom begonnen.

Die Deutsche Telekom lernt und profitiert von dieser Vielfalt. Sie bereichert das Unternehmen mit abwechslungsreichen Lebensläufen, bereitet es auf die demographischen Herausforderungen der Zukunft vor und setzt darüber hinaus ein klares beschäftigungspolitisches Signal.

Ein junger Auszubildender am PC wird von einer Frau geleitet.

Projektübersicht

Themenfokus Übergreifend
Zielgruppe Allgemein
Beginn der Maßnahme fortlaufend
Verankerung Telekom Ausbildung, teilweise in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit
Segment Unternehmen
Tätigkeitsbereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Anzahl Beschäftigte in D circa 105000
Name der OrganisationDeutsche Telekom AG

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