04.11.2014

Heute haben 19 große Konzerne, alle Mitglieder der Charta der Vielfalt, gemeinsam mit Staatsministerin Aydan Özoğuz einen Appell zu Ausbildung und Vielfalt verkündet. Sie fordern dazu auf, Recruitingprozesse bei allen Arbeitgebern in Deutschland frei von Stereotypen und Vorurteilen zu gestalten.

Berlin, 4. November 2014 – Die deutschen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber registrieren rückläufige Bewerber/-innenzahlen. Laut DIHK-Umfrage ist inzwischen mehr als jeder zweite Betrieb betroffen. Die Personalvorstände der Mitgliedsunternehmen der Charta der Vielfalt haben darum heute anlässlich des Arbeitgebertages gemeinsam mit Staatsministerin Aydan Özoğuz, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, einen Appell verkündet: Sie rufen alle Arbeitgeber/-innen Deutschlands auf, sich nicht von Stereotypen leiten zu lassen, wenn es darum geht, Menschen Ausbildungschancen zu geben. Im Diversity Management, zu dem sich diese und 1950 weitere Arbeitgeber durch die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt bereits verpflichtet haben, sehen sie den richtigen Ansatz, um mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen.

„Unbewusste Vorurteile beeinflussen alle unsere Entscheidungen, auch Personalentscheidungen von der Rekrutierung bis zur Beförderung“, sagt Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner Talent der Ernst & Young GmbH sowie Vorstandsvorsitzende des Vereins Charta der Vielfalt. „Die Konsequenz daraus ist, dass ‚Linda‘ nach wie vor bei vielen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz hat als ‚Ayşe‘. Darum appellieren wir an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sich dieser Mechanismen bewusst zu werden und aktiv für Vielfalt in der Ausbildung einzutreten. Es ist in ihrem ureigenen Interesse am Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.“

Trainings mit Personalverantwortlichen, Diversity-sensibles Recruiting oder Kooperationen mit Schulen seien nur wenige von zahlreichen Möglichkeiten, die sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eröffneten.

Wilfried Porth, Vorstand Personal und Arbeitsdirektor sowie Vorstand Mercedes-Benz Vans der Daimler AG: „Wir bei Daimler sind überzeugt, dass mehr Vielfalt zu besseren Ergebnissen führt. Diesen Leitgedanken setzen wir schon in der Ausbildung um. Unser Ziel ist es, die besten Fach- und Nachwuchskräfte für uns zu gewinnen. Und dabei setzen wir gezielt auf Jahrgänge, die unterschiedliche Geschlechter, Nationalitäten und Bildungsabschlüsse zusammenbringen.“

Der Appell wird in den kommenden Monaten mit einer Kampagne in die Wirtschaft getragen.

Vielfalt und Ausbildung wird auch ein Leitthema des 3. Deutschen Diversity-Tags sein. Diesen bundesweiten Aktionstag für Diversity Management veranstaltet der Charta der Vielfalt e. V. am 9. Juni 2015. Alle Unternehmen und Institutionen Deutschlands sind zum Mitmachen aufgerufen.

 

Der Appell im Wortlaut

Vielfalt in der Ausbildung:
Ein Plus für alle. Von Anfang an.

Alle Menschen sind verschieden und doch verbindet sie Gleiches. Von Anfang an. Was unterscheidet? Geschlecht, Nationalität, ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Orientierung und Identität, soziale Herkunft. Was verbindet? Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Talente. Alle zusammen bilden ein enormes Potential.

Wir, die Mitglieder der Charta der Vielfalt, sind überzeugt, dass eine gute Ausbildung ein Gut ist, mit positiver Auswirkung auf die Einzelnen, aber auch auf uns alle. Für die Einzelnen ist sie das Fundament, auf das vieles aufbaut, die Basis für persönliche Entwicklung und beruflichen Erfolg. Für uns alle, uns Entscheiderinnen und Entscheider, uns Arbeitgeber, eine Ressource. Für unsere Unternehmen, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft.

Wir, die Mitglieder der Charta der Vielfalt, appellieren daher an alle Unternehmen und die Volkswirtschaft in unserem Land: Verstehen Sie Vielfalt in der Ausbildung als Gewinn. Für jeden Einzelnen und für uns alle. Geben Sie allen Menschen die Chance zur Ausbildung auf Grund Ihrer Talente und Fähigkeiten. Nutzen Sie vorurteilsfrei alle Potentiale, die vorhanden sind.

Wir, die Mitglieder der Charta der Vielfalt, sehen uns auch selbst in der Pflicht. Wir möchten mit unseren Unternehmen als Vorbilder voranschreiten. Machen wir uns auf, bestehende Barrieren zu beseitigen. Finden wir den Mut, neue Wege zu beschreiten. Es lohnt sich, für alle von uns.

Vielfalt in der Ausbildung ist ein Plus für alle. Von Anfang an. – Diese Überzeugung bewegt uns, die Mitglieder der Charta der Vielfalt, und sollte alle Unternehmen und Institutionen in unserem Land bewegen. Handeln wir. Jetzt.

 

Kontakt:

Kerstin Tote
Charta der Vielfalt e. V.
Telefon: 030/84 71 20 84
Fax: 030/84 71 20 86
E-Mail: presse(at)charta-der-vielfalt.de

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.charta-der-vielfalt.de, www.deutscher-diversity-tag.de und www.diversity-konferenz.de.

Über den Charta der Vielfalt e. V.

Der Verein Charta der Vielfalt e. V. tritt als Unternehmensinitiative seit 2010 dafür ein, Diversity Management fest in der deutschen Wirtschaft zu verankern. Über 1.950 Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 7 Millionen Beschäftigten haben die Selbstverpflichtung Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet und tragen dazu bei, Diversity Management in Deutschland gezielt zu fördern. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Zu den Mitgliedern des Vereins gehören bisher 19 Großunternehmen: adidas group, BASF SE, Bayer AG, BMW AG, BP Europa SE, Commerzbank AG, Daimler AG, Deutsche Bahn AG, Deutsche Bank AG, Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG, Ernst & Young GmbH, E.ON SE, GE Germany, Henkel AG & Co KGaA, Metro AG, Osram GmbH, SAP AG, Siemens AG.


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