14.11.16

2/3 der Unternehmen in Deutschland nicht vorbereitet auf vielfältige Arbeitswelt

Studie der Charta der Vielfalt und EY

Zwei von drei Unternehmen in Deutschland sind auf absehbare Veränderung durch eine vielfältige Arbeitswelt nicht vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Charta der Vielfalt in Zusammenarbeit mit Ernst & Young GmbH (EY). Dabei ist sich zugleich eine große Mehrheit von 65 Prozent der Tatsache bewusst, dass die Einbindung unterschiedlicher Lebensmodelle, kultureller Perspektiven und Erfahrungen dem eigenen Unternehmen Vorteile bringt. Und drei Viertel der Unternehmen erkennen, dass eine vielfältig zusammengesetzte Belegschaft die Offenheit und Lernfähigkeit, und damit auch die Zukunftsfähigkeit sicherstellt.

Ana-Cristina Grohnert, Vorstandsvorsitzende des Vereins Charta der Vielfalt und Personalchefin bei EY sieht in diesen Zahlen ein Alarmsignal für viele Unternehmen in Deutschland. „Die Digitalisierung und die Globalisierung verlangen von uns, dass wir vielfältiger denken und schneller lernen“, so Grohnert. Sie warnt: „Der Wettbewerbsfaktor Vielfalt wird unterschätzt. Wer nicht in der Lage ist, eine vielfältige Belegschaft aufzubauen, der wird den Kontakt zu gesellschaftlichen und technologischen Trends und somit Kundenbedürfnissen an den Märkten verlieren“.

Die Studie zeigt, dass bei dem Drittel der Unternehmen und Institutionen, die aktives Diversity Management betreiben, vor allem Maßnahmen der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, sowie Maßnahmen der Personalgewinnung und Personalentwicklung im Vordergrund stehen. Für die Studienmacher ein Indiz dafür, dass die Organisationen vor allem aus kurzfristiger Perspektive auf Personalmangel reagieren.

Kritisch bewertet diese Herangehensweise Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin des Charta der Vielfalt e.V. „Nur ein ganzheitlich ausgeübtes Diversity Management unter Einbeziehung aller Akteure und Akteurinnen sowie Dimensionen führt zum Erfolg“, ist sich die erfahrene Diversity-Managerin sicher. Sie fordert, dass Organisationen Diversity Management zum festen Bestandteil der Strategie machen. „Diversity Management steht in Deutschland immer noch am Anfang, es wird aber für die Zukunft des Standorts massiv an Bedeutung gewinnen“, so von Hardenberg. Sie stellt weiter fest: „Die Unterzeichner der Charta der Vielfalt sind dem durchschnittlichen Unternehmen mindestens zwei Schritte voraus.“

Im Auftrag von EY und Charta der Vielfalt hat das Darmstädter Marktforschungsinstitut Reimund Research im Zeitraum von Juli bis September 349 Organisationen befragt, welche die Selbstverpflichtung „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet haben. Zugleich wurden Personalverantwortliche in 250 zufällig ausgewählten Unternehmen befragt, welche die Selbstverpflichtung nicht unterzeichnet haben.

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13.10.16

Vielfaltswerkstatt Stuttgart

Chancengleichheit am Arbeitsplatz: ein strategischer Wirtschaftsfaktor

Die Förderung einer unternehmensinternen Chancengleichheit zielt auf eine Reihe von Maßnahmen ab, die sich wechselseitig ergänzen. Dazu gehören vor allem die faire Vergütung der geleisteten Arbeit, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und flexible Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem ist ein Wandel der traditionellen unternehmensinternen Organisations- und Diskussionskultur erforderlich, damit sich die vielfältigen Potenziale der Mitarbeiter/-innen entfalten und somit zum Unternehmenserfolg beitragen können.

Es sind diese und ähnliche Fragestellungen, die im Rahmen des 2. baden-württembergischen Diversity Kongresses im Haus der Wirtschaft in Stuttgart diskutiert werden. Die Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt e. V. veranstaltet begleitend ihre 10. Vielfaltswerkstatt und zeigt in Workshops geeignete Wege auf, um das unternehmensinterne Diversity Management weiter auszubauen und dabei niemanden zu vergessen. „Vielfalt bedeutet, mit unterschiedlichen Herangehensweisen und Arbeitsstilen umzugehen, verschiedene Sozialisierungen zu akzeptieren und Unterschiede wertzuschätzen. Nur so sind Organisationen gut für die Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft ausgerüstet, “ erklärt Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin der Charta der Vielfalt e.V.

Daimler als starker Partner für die Vielfalt

Mitveranstalter der Vielfaltswerkstatt ist die Daimler AG. Als Gründungsmitglied steht das Unternehmen bereits seit 10 Jahren zur Charta der Vielfalt und betreibt seit langem ein umfassendes Diversity Management. Dr. Dirk Jakobs, Head of Global Diversity, Daimler AG, beschreibt die Erfolge: „Damit wir unsere Kunden verstehen und auch zukünftig die Herausforderungen unserer Branche am besten meistern, brauchen wir leistungsfähige Teams. Wenn wir die vielfältigen Talente und Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen und fördern, schaffen wir die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.“

Auch die baden-württembergische Landesregierung beteiligt sich an der Vielfaltswerkstatt. Katrin Schütz, Staatssekretärin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg betrachtet vor allem die Förderung von Diversity Management in kleinen und mittleren Unternehmen für das Gebot der Stunde: „Diversity Management ist längst nicht mehr nur ein Thema für große Unternehmen in Baden-Württemberg. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich die Chance, das wirtschaftliche Potenzial durch strategisches Generationenmanagement, moderne Führungsmodelle sowie interkulturelle und interdisziplinäre Teams zu erhöhen. Wir freuen uns sehr, dass die Charta der Vielfalt auf ihrer Werkstatt-Tour Station in Stuttgart macht und sich am 2. baden-württembergischen Diversity Kongress beteiligt. Der Kongress soll Impulse für eine zukunftsgerichtete Unternehmens- und Führungskultur und für Diversity Management als strategisches Managementkonzept geben.“ Das Land Baden-Württemberg ist seit 2012 Unterzeichner der Charta der Vielfalt und Hauptveranstalter des Diversity-Kongresses. 210 Unternehmen und Institutionen haben die Charta der Vielfalt in Baden-Württemberg unterzeichnet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.vielfaltswerkstatt.de

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05.10.16

Vielfaltswerkstatt Herzogenaurach

Chancengleichheit als Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg

In vielen Organisationen sind Top-Positionen noch männerdominiert. Auch ist der Umgang mit „unsichtbaren Grenzen“ ein sensibles Thema. Und um Chancengleichheit weiter in der Arbeitswelt zu etablieren, bedarf es noch der Schaffung von positiven Rollenbildern.

Fest steht: Nur strukturelle Veränderungen sowie ein zeitintensiver Kulturwandel können Abhilfe schaffen und zu Chancengleichheit der Geschlechter führen. Dieser stete Prozess erfordert Beharrlichkeit und Ausdauer aller Beteiligten. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind Instrumente, die sich insbesondere auf Personalstrukturen konzentrieren, unabdingbar. Eine wiederkehrende Überprüfung des Leitgedankens einer Institution gehört genauso dazu wie die Berücksichtigung von Lebensumständen der Beschäftigten.

Um diese und weitere Themen ging es in einer Workshop-Reihe, die die Unternehmensinitiative Charta der Vielfalt bei der adidas Gruppe in Herzogenaurach veranstaltet hat. In der sogenannten Vielfaltswerkstatt diskutierten Vertreter/-innen von Unternehmen, Verbänden, Verwaltungen und Vereinen die besonderen Chancen und Herausforderungen einer heterogenen Belegschaft.

Vielfalt ist für adidas eine wertvolle Ressource

Für markengetriebene Produkte, wie die des Gastgebers adidas, sind internationale Teams, flexible Arbeitsmöglichkeiten und ein klares Bekenntnis zu Vielfalt als Quelle für Kreativität und Innovation von besonderer Bedeutung. Diesen Mehrwert fasst Aki Ben-Ezra, Senior Director Strategy & Diversity für die adidas Gruppe zusammen:  „Innovation ist für uns ein Schlüssel für unseren nachhaltigen Erfolg. Innovation lebt von Kreativität und Kreativität von Vielfalt, denn Vielfalt sorgt fortlaufend für neue Ideen, frische Perspektiven und konträre Ansichten.“

Sie fügt hinzu: „Frauen und eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter ist wichtig, aber nur ein Aspekt von Diversity. Unser Ziel ist es vor allem, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jeder Mitarbeiter wohlfühlt und einbringen kann. Dazu gehört eine Arbeitsumgebung, die die Vereinbarkeit von Beruf – und Privatleben in den unterschiedlichen Lebenszyklen unterstützt.“

Mit 57.000 Beschäftigten in über 160 Ländern beschäftigt die adidas Gruppe Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Hintergründen und mit vielfältigen Talenten. Erfolgreiches Vielfaltsmanagement ist bei der adidas Gruppe bereits seit Langem integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

Die Charta der Vielfalt e.V. setzt sich seit nun 10 Jahren für mehr Vielfalt in der Arbeitswelt ein, denn eins steht fest: Diversity birgt wirtschaftliche Vorteile. Wenn Teams bunter und vielfältiger werden, dann stärkt dies auch die Wandlungsfähigkeit des Unternehmens. „Vielfalt ist ein starker Wirtschaftsfaktor – Unternehmen, die Vielfalt in ihrer Belegschaft anerkennen, wertschätzen und fördern, sind erfolgreicher und nachhaltig besser aufgestellt“, resümiert Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin der Charta der Vielfalt e.V.

Weiterführende Informationen zur Vielfaltswerkstatt in Herzogenaurach finden Sie hier.

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