Die Notwendigkeit für Diversity Management leitet sich aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends ab, die Veränderungen in der Arbeitswelt bewirken. Diversity Management wird als Konzept verstanden, das diese Trends aufgreift und nutzt. Auf gesellschaftlicher Ebene bewirken zahlreiche Faktoren eine steigende Heterogenität auf dem Arbeitsmarkt und bei den Beschäftigten in Organisationen. Ursachen sind unter anderem der demographische Wandel, die sinkende Zahl von Erwerbstätigen, eine zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen sowie ein zunehmender Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Neue Anforderungen stellen darüber hinaus Entwicklungen wie Individualisierung, Pluralisierung der Werte, Ausdifferenzierung von Lebensformen sowie die Tatsache, dass trotz vielfältiger Ansprüche an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch vom überholten Standard des voll arbeitenden Normalarbeitnehmers ausgegangen wird. Wirtschaftlich stellen die Globalisierung der Wirtschaftsströme, die Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, zunehmende Unternehmenszusammenschlüsse, Übernahmen und Allianzen sowie der Kampf um (neue) Marktanteile und qualifiziertes Personal die Rahmenbedingungen für Diversity Management dar.
Weshalb Organisationen in Diversity Management investieren, hat vielfältige Hintergründe: Dazu zählen die Rekrutierung und das Halten einer innovativen Belegschaft, die Erschließung neuer Märkte und schließlich auch die Anpassung an den gesetzlich vorgegebenen Rahmen. Die Talente auf den Arbeitsmärkten werden knapper, und schon während ihrer Studienzeit werden vor allem hochqualifizierte Hochschulabsolventen umworben. Der Diversity Ansatz bezeugt (Welt-)Offenheit für die unterschiedlichsten Talente. Organisationen, die eine solche Management-Strategie vorweisen können, wirken auf die nachrückende Generation attraktiver und verschaffen sich im Kampf um den Nachwuchs entscheidende Vorteile. Das gilt umso mehr, da die Gruppe der Talente heutzutage nicht mehr so homogen ist wie noch vor einigen Jahren: So sind Frauen unter den Studierenden in der Mehrheit, und die Zahl der Absolventinnen und Absolventen mit Migrationhintergrund steigt stetig. Schließlich wird von Studierenden bereits aktiv nachgefragt, ob ein Unternehmen Diversity Management betreibt.

Diversity Management bringt auch Stabilität. Hat sich ein Kandidat oder eine Kandidatin für eine Organisation entschieden, ist es heutzutage üblich, dass nach einigen Jahren nicht nur die Stelle, sondern auch die Organisation gewechselt wird. Die so erhöhte Fluktuation bedeutet für Organisationen eine potenzielle Abwanderung von Erfahrung. Um dem entgegen zu wirken, soll die im Diversity Management verankerte Wertschätzung aller Mitarbeitenden die Bindung der Belegschaft zum Unternehmen erhöhen.

Auf der anderen Seite kann mit Diversity Management eine offene Organisationskultur geschaffen werden, die sich schnell auf Veränderungen einstellen kann. Damit kann die Zusammenlegung unterschiedlicher Organisationen erleichtert werden, in denen zuvor unterschiedliche Kulturen gepflegt wurden. Aber auch in kleineren Zusammenhängen, bspw. bei der Fluktuation einzelner Beschäftigter, vereinfacht das die Teambildung.

In Deutschland leben viele Organisationen von der Kreativität und Innovationsfähigkeit ihrer Belegschaft. Die Berücksichtigung vielfältiger Perspektiven in der Problemlösung, Forschung und Entwicklung bringt erfolgreiche und nachhaltige Ergebnisse. Voraussetzung dafür ist, dass Teams aus unterschiedlichen Talenten zusammengesetzt werden. Dabei sollten alle Teammitglieder die Kompetenz haben, in heterogenen Arbeitsgruppen erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Vielfalt hilft auch beim Wachsen. Sei es im internationalen Bereich im Hinblick auf interkulturelle Fähigkeiten oder im nationalen Geschäft bei der Ansprache spezieller Zielgruppen (wie z.B. Frauen oder Kundschaft mit Migrationhintergrund): Eine vielfältige Belegschaft, die das Wissen über diese Märkte und über das angemessene Vorgehen in sich trägt, erleichtert den Zugang zu neuen Märkten und sichert den Erfolg.

Ein weiterer Aspekt des Diversity Managements liegt in der Erfüllung gesetzlicher Ansprüche wie zum Beispiel dem Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetz (AGG). Anstatt als Unternehmen nur auf ein Risiko zu reagieren, das durch das Gesetz hervorgerufen wird, nehmen viele Organisationen die Intention des Gesetzes als Anlass, um die Chancen des Diversity Managements zu nutzen.

Praktische Beispiele der Umsetzung finden Sie in unserer „Best Practice Datenbank“.

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Literatur

Vielfalt gewinnt. Controlling von Diversity Management - Artikel von Aletta Gräfin von Hardenberg in Arbeit und Arbeitsrecht 11/13

Mehrwert Vielfalt – Zahlen, Daten, Fakten - Publikation des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“

Studien

Diversity Management - Empirische Evidenz zur aktiven Förderung der kulturellen Vielfalt in deutschen Unternehmen - Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

Innovation, Diversity and Market Growth - Research Paper by Center for Talent Innovation