Intercultural-Lounge
In der Intercultural-Lounge entwickeln sich neue Mitarbeiterinitiativen
Der Raum ist sehr farbenfroh. „WELCOME“ steht auf einem Plakat in bunten Lettern. Kissen mit verschiedenen Länderfahnen liegen auf einfachen Hockern am Fenster. In Schaukästen sind Reiseandenken und Souvenirs aus allen Erdteilen zu betrachten. Neben einem interkulturellen Kalender hängt an der Wand eine große plastische Weltkarte. Bücher, DVD’s, Masken, kleine Plastiken, Gläser, Puppen, Kleider, handgestrickte Decken, Ansichtskarten und Fotos ergänzen die vielen Impressionen aus aller Welt. Der erste Eindruck lässt das Engagement spüren, das in die mühevolle Ausstattung des Raumes investiert wurde. „Und hier vorn am Eingang liegt unser fliegender Teppich“, sagt mit einem Augenzwinkern Frau Fariba Jafar-Shaghaghi, eine Entwicklerin bei SAP-IT, indem sie auf eine hochwertige Knüpfarbeit aus dem Nahen Osten zeigt. All diese wertvollen Erinnerungen von ihren Kollegen befinden sich in der neuen, farbenfrohen „Intercultural Lounge“, der SAP AG in Walldorf.
- Katharina Bialas | Foto: R. Thiede
„In der Cultures@SAP Initiative kommen die Netzwerke von fast 33 verschiedenen Nationalitäten in Walldorf zusammen und arbeiten gemeinsam für eine bessere Integration und eine positive Wahrnehmung ihrer kulturellen Werte als einen besonderen Beitrag zur SAP Unternehmenskultur.“
Entstanden ist diese neue Räumlichkeit durch ehrenamtliche Arbeit von SAP Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich im Mitarbeiter Netzwerk: Cultures@ SAP engagieren. „In der Cultures@SAP Initiative kommen die Netzwerke von fast 33 verschiedenen Nationalitäten in Walldorf zusammen und arbeiten gemeinsam für eine bessere Integration und eine positive Wahrnehmung ihrer kulturellen Werte als einem besonderen Beitrag zur SAP Unternehmenskultur“, sagt Katharina Bialas, die seit einigen Wochen die Diversity von SAP in Deutschland verantwortet. Und sie zählt weitere etablierte Formate von Cultures@SAP auf, wie zum Beispiel die halbjährlichen „Multikulturellen Events“, das vierteljährliche „International Film Festival“, der monatliche „International Book Club“ oder das wöchentliche „After Work“ Treffen in der Intercultural Lounge.

- F. Jafar-Shaghaghi | Foto: R. Thiede
„All diese Aktivitäten folgen dem Konzept: Von SAP Mitarbeitern für SAP-Mitarbeiter“
erklärt Fariba Jafar-Shaghaghi, die Initiatorin von Cultures@SAP. Sie hat zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus zehn verschiedenen Nationen über viele Monate die „Intercultural Lounge“ als neuen Treffpunkt aufgebaut. Das Unternehmen stellt die Fläche und bezahlt die Infrastruktur, doch die eigentliche Ausgestaltung, das angebotene Programm sowie dessen Durchführung übernehmen die Beschäftigten selber - nach Feierabend.
Bei den vielen Aktivitäten rund um das Thema Diversity und Kultur ist den SAP-Beschäftigten die Einbindung ihrer Familienangehörigen sehr wichtig. So kamen allein beim letzen „Multikulturen Event“ während den „Global Diversity Days“ im Herbst 2011 bis zu 500 Kinder. „Aber auch ihre Omas oder Opas sind sehr gern gesehen, wie kürzlich im März zum persischen Neujahrfest“, erläutert die gebürtige Iranerin und promovierte Wirtschaftsinformatikerin Fariba Jafar-Shaghaghi, die für den Aufbau der „Intercultural Lounge“ zuständig war. Über ihre Betriebratsarbeit und die Auseinandersetzung mit Chancengleichheit kam sie vor sieben Jahren erstmals mit den Diversitythemen in Kontakt. Seitdem kümmert sie sich schwerpunktmäßig um das Mitarbeiternetzwerk, Cultures@SAP.
Die Rolle von Cultures@SAP fokussiert Katharina Bialas als eine Ergänzung der Aktivitäten der Personalabteilung auf „die Integration der internationalen Mitarbeiterschaft in die bundesdeutsche Gesellschaft sowie der Entwicklung kultureller Kompetenzen in den Teams zugunsten eines reibungslosen Arbeitsablaufs im Sinne des Unternehmens“.

- Intercultural Lounge | Foto: R. Thiede
„In der Intercultural Lounge treffen sich demnächst die diversen Gruppen vom „Business Women’s Network“, „net45plus“ über die Elternvereinigung „Family@SAP“ bis zur GLBT-Initiative „HomoSAPiens“, wenn sie in den Austausch zu Themen der Vielfalt zusammen kommen“, erklärt Katharina Bialas. „Auch wenn wir Events vorbereiten, wie zum Beispiel die jährlich im Herbst stattfindenden „Global Diversity Days“, möchten wir uns hier zukünftig treffen“, sagt Katharina Bialas. Die studierte Betriebswirtin arbeitet seit über zehn Jahren beim daxnotierten Software-Unternehmen. Zu ihrem heutigen Job kam sie auf Umwegen. Eine Weile war Katharina Bialas Vertreterin einer Kollegin, die in Elterzeit ging, und so wuchs sie – quasi learning by doing - in ihre heutige Verantwortung hinein.
Mit großer Selbstverständlichkeit und dem starken Engagement von den Beschäftigten lebt man die Diversity bei SAP. Externe Besucher und Besucherinnen gewinnen schnell den Eindruck, dass die übliche Top-Dow-Regelung aufgehoben scheint, weil ganz viele Initiativen aus der Belegschaft kommen. „Wenn in einem Unternehmen Mitarbeiter aus 79 Nationen allein in Deutschland arbeiten, gehört die Vielfalt zur Normalität und globale Ansätze sind bei uns selbstverständlich“, sagt Katharina Bialas. „Außerdem sind alle unsere Initiativen unabhängig“ betont sie und besonders stolz sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die vielen Aktionen von Cultures@SAP, die zum multikulturellen Verständnis füreinander ganz wichtige Meilensteine setzen.“ Mitglieder von Cultures@SAP waren es auch, die auf die Idee mit der „Intercultural Lounge“ kamen.
Natürlich hat SAP auch ein Internetportal, wo die vielen Diversity-Initiativen und Aktivitäten dokumentiert sind, die von der Personalabteilung kommen. Hier fließen alle Informationen von „Gender Awarness Trainings“ über „Virtual Learning Series“ oder „Employee Counseling“ mit Gruppenworkshops sowie persönlichen Beratungen zu Work-Life-Balance, Mentoring oder Supervision ein. „Aber ganz viele Themen um Diversity finden bei uns auch informell statt“, sagt Frau Jafar-Shaghaghi, „zum Beispiel beim interkulturellen Lunch oder hier bei unseren monatlichen Treffen von Cultures@SAP, wenn wir Bücher vorstellen oder Filme in Originalsprachen zeigen.“

- Dr. H.-L. Schneider | Foto: R. Thiede
„Die Mitarbeiter im Netzwerk „HomoSAPiens“ setzen sich für einen vorurteilsfreien Umgang mit Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen, insbesondere am Arbeitsplatz, ein.“
„Neben den neuen Begegnungsräumen von Cultures@SAP, die tolle Angebote für Gespräche und Meetings bieten, gibt es auch schon gut etablierte Gruppen bei uns“, ergänzt Dr. Hans-Ludwig Schneider. Herr Schneider engagiert sich im Mitarbeiternetzwerk für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle der SAP. Das Netzwerk mit dem Namen „HomoSAPiens“ besteht seit mehr als einem Jahrzehnt in der SAP und gehört damit zu einem der ältesten Netzwerke dieser Art in Unternehmen in Deutschland. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Netzwerk setzen sich für einen vorurteilsfreien Umgang mit Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen, insbesondere am Arbeitsplatz, ein. „Intern unterstützen wir zum Beispiel die interkulturellen Trainings in der SAP und extern sind wir präsent beim Christopher Street Day in Mannheim und Frankfurt oder auf der Recruting Messe MILK in Berlin“, berichtet Herr Schneider.
- W. Menger | Foto: R. Thiede
„Wir wollen mit dem Pilotprojekt „Cleverlinge“ Kindern die Möglichkeit geben, ihr Potenzial zu entfalten.“
Neu hingegen ist das Engagement von SAP als Bildungspartner der Organisation „Big Brothers Big Sisters“ (BBBS), einem gemeinnützigen Mentoringprogramm für Kinder- und Jugendliche. In der Metropolregion Rhein-Neckar möchte BBBS mithelfen, gezielte Fördermöglichkeiten für Kinder mit Migrationshintergrund zu schaffen. „Für das Workplace-Mentoring unter dem Titel „Cleverlinge“ suchen wir gerade SAP-Mitarbeiter, die sich nach den Sommerferien regelmäßig für ein Kind aus einem benachteiligtem Heidelberger Stadtteil engagieren möchten“, erklärt Wanda Menger aus der HR Abteilung. In ihrem Job kümmert sie sich schwerpunktmäßig um die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten. „So ist mein Engagement für die Kinder, die bessere Chancen benötigen, ein idealer Gegenpol“, beschreibt Menger ihre ehrenamtliche Arbeit, die ein Teil der Diversity-Strategie und der Corporate Social Responsibility von SAP ist. Werner Brandt, SAP-Vorstand, sieht in dieser neuen Initiative große Chancen für Beschäftigte und Kinder: „Wir wollen mit diesem Pilotprojekt Kindern die Möglichkeit geben, ihr Potenzial zu entfalten. Unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können als Vorbild viel dazu geben.“ Im Herbst will Wanda Menger übrigens mit ihren zukünftigen Schützlingen aus einer 4. Klasse der Heidelberger Grundschule den neuen Diversity Raum besuchen. Menger hat keinen Zweifel daran, dass „die Kinder sich hier wohlfühlen werden. Hier gibt es so viel zu entdecken, zu lesen, zu sehen und wenn es Fariba Jafar-Shaghaghi zulässt auch zum Spielen und Fliegen ….“



