Interkulturalität
„Unsere Vielfalt ist unser Plus“
Interkulturelle Kompetenz und Integration am Beispiel von McDonald's Deutschland
„Mach Deinen Weg“, steht als dynamisches Motto über einer Weiterbildungsbroschüre für Crew Mitarbeiter/-innen bei McDonald’s. In den sechs Punkten des Führungsversprechens, das verbindlich für alle Beschäftigten gilt, ist unter anderem zu lesen: „Ich bin verlässlich, glaubwürdig und behandle alle Mitarbeiter korrekt, fair und respektvoll.“ Eindeutiger und klarer kann Diversity als Bestandteil der Firmenphilosophie nicht hervorgehoben werden.
- Silvia Merretz | Foto: Rocco Thiede
„Einstellungen werden durch Wissen verändert, weniger durch Gesetze und neue Regelungen.“
„Diversity gibt es bei uns im Unternehmen seit über vier Jahrzehnten. Seit 20 Jahren steht das Thema auf der strategischen Agenda des Konzerns und auch in Deutschland gewinnt Diversity seit vielen Jahren an Bedeutung“, stellt Silvia Merretz heraus, die in der Münchener Konzernzentrale als Leiterin Personalentwicklung tätig ist. In diesem Kontext ist sie verantwortlich für Diversity Management und engagiert sich für Vielfalt im Unternehmen.
Wer für den weltweit führenden Anbieter von Schnellrestaurants arbeitet, merkt sofort wie wichtig gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind. Um Talente zu fördern, aber auch passende Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten, entstand in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen das sogenannte „Crew College“, ein umfangreiches Weiterbildungsangebot für die rund 60 000 gewerblichen Beschäftigten in den über 1400 Restaurants von McDonald’s in Deutschland. Ziel der Kurse ist es unter anderem Grundkompetenzen und Sprachkenntnisse auszubauen und zu fördern. „Durch gezieltes Training entwickle ich mein Team und mich persönlich und fachlich weiter und leiste so meinen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung von McDonald’s“ – auch dieser Satz ist fester Bestandteil des Führungsversprechens. Wenn man dabei berücksichtigt, dass Frauen und Männer aus fast 130 Nationen allein in Deutschland für McDonald’s arbeiten, wird klar, dass die Umsetzung ohne gelebte Vielfalt schwierig wird. „Wir sind ein People Business“, betont Merretz, „und durch den Bau neuer Restaurants benötigen wir immer mehr neue Mitarbeiter.“
- Christiane Wörle | Foto: McDonald's
„Wir werben mit unseren gemischten Teams im doppelten Sinne: für die gelebte Migration und für uns als Arbeitgeber.“
Zur Förderung und Verbesserung des Images als Arbeitgeber startete das Unternehmen auch eine eigene TV-Kampagne. „Hier zeigten wir Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und sprachen auch gezielt junge Menschen türkischer Herkunft an“, stellt Christiane Wörle, Senior Manager External Communications bei McDonald’s heraus. Seit gut drei Jahren werden zum Beispiel in TV-Spots, im Internet oder in Zeitungsanzeigen ganz bewusst Diversitythemen aufgegriffen. „Wir werben mit unseren gemischten Teams im doppelten Sinne: für die gelebte Migration und für uns als Arbeitgeber.“
„Ich bin verlässlich, glaubwürdig und behandle alle Mitarbeiter korrekt, fair und respektvoll.“ Dies ist einer von sechs Punkten des Führungsversprechens bei McDonald’s, das verbindlich für alle Beschäftigten verbindlich gilt. Eindeutiger und klarer kann Diversity als Bestandteil der Firmenphilosophie nicht hervorgehoben werden. Um Talente zu fördern, aber auch passende Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten, entstand in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen das „Crew College“, ein umfangreiches Weiterbildungsangebot für die rund 60 000 gewerblichen Beschäftigten. Zum Beispiel mit Sprachkursen leistet das Unternehmen Pionierarbeit, da in den Sozialwissenschaften seit längerem klar ist, dass Bildung das beste Fundament für eine gelungene Integration ist.
Für ihr Engagement um Diversity wurde McDonald’s auch schon mehrfach ausgezeichnet, z.B. von Staatsministerin Maria Böhmer. Um die kulturelle Vielfalt und ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld auch künftig zu garantieren, finden cross-kulturelle Trainings statt. „Unsere Vielfalt ist unser Plus“, sagt Silvia Merretz mit einigem Stolz auf die bisher erreichten Ziele. Es spiele dabei keine Rolle, „ob wir es bei unseren Mitarbeitern mit Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, verschiedener Religionszugehörigkeiten oder mit Behinderungen zu tun haben. Einstellungen werden durch Wissen verändert, weniger durch Gesetze und neue Regelungen.“
Auf dem Weg dahin hat sich die Zusammenarbeit mit dem Verband der Volkshochschulen als sehr positiv herausgestellt. Von den vielen Angeboten wird dabei „Deutsch als Zweitsprache“ am besten angenommen. Über 500 Beschäftigte durchliefen seit dem Start des „Crew College“ das Kursprogramm. Neben Lesen, Schreiben und Sprechen sind auch PC-Kurse, Englisch, Mathematik oder auch Grundwissen zur Wirtschaft im Programm.
„Willkommen in Deutschland! Lernen Sie die Sprache, Kultur, Rechtsordnung und Geschichte Ihrer neuen Heimat kennen, um sich im Alltag besser zurechtzufinden.“, wird im Kurs „Integration“ behandelt. Auch gibt es immer wieder Beschäftigte, „die dank unserer Angebote ihren Hauptschulabschluss nachholen“, erklärt Christiane Wörle. An dieser Stelle leistet das Unternehmen Pionierarbeit, da in den Sozialwissenschaften seit längerem klar ist, dass Bildung das beste Fundament für eine gelungene Integration ist. „Viele unserer Angebote machen unsere Mitarbeiter auch selbstbewusster und selbstbestimmter“, erläutet Silvia Merretz. Dabei kommt der Anstoß aus der Münchner Zentrale, die Umsetzung obliegt jedem selbst vor Ort - in Abstimmung mit der Restaurantleitung. „Unser Crew College dient der Qualifikation, Motivation und Bindung unserer Mitarbeiter“, erläutert Merretz, „eine gute Ausbildung führt sowohl zu zufriedenen Mitarbeitern als auch zu zufriedenen Gästen“.

- Elena Koparanova | Foto: McDonald's
„Ich kann jedem meiner Kollegen nur dringend empfehlen diese Kurse zu besuchen.“
„Es war mein eigener Wunsch diesen Kurs zu durchlaufen und ich wollte lernen“, sagt Elena Koparanova. Seit 14 Jahren arbeitet die gebürtige Bulgarin für McDonald’s. „Als ich vor vier Jahren nach Süddeutschland kam, konnte ich nur die Zahlen von Eins bis Einhundert. Besser waren meine Deutschkenntnisse damals nicht“, berichtet die 31-jährige. Aber Dank mehrerer Integrations- und Sprachkurse, die sie seit 2009 durch das Crew-College von McDonald’s besuchte, spricht sie mittlerweile fließend Deutsch. Natürlich ist ihr Akzent zu hören, aber die zwei Unterrichtsstunden pro Woche, die sie in der Volkshochschule Pfaffenhofen belegt, machen sich bezahlt. Deshalb kommt sie in der Bundesrepublik mittlerweile auch gut zurecht. „Und mein Chef gestaltet den Dienstplan nach meinen Kurszeiten“, sagt Koparanova. Für sie ist diese Weiterbildung nahezu kostenlos, weil die Gebühren von über 100 Euro vom Kreis Pfaffenhofen sowie ihrem Arbeitgeber übernommen werden. In ihrer McDonald’s Filiale arbeitet sie mit Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Ländern zusammen – darunter Kolleginnen und Kollegen aus Russland, Afghanistan, Ungarn, Sri Lanka und Rumänien. „Ich kann jedem meiner Kollegen, wenn sie in Deutschland bleiben und hier arbeiten wollen, nur dringend empfehlen diese Kurse zu besuchen. Ohne ordentliche Sprachkenntnisse geht halt nichts“, sagt die junge Frau. Für Elena Koparanova ist ganz klar: „Das hilft uns einerseits bei den innerbetrieblichen Abläufen und andererseits ist es natürlich gut und wichtig bei der Kommunikation mit unseren Gästen!“
Darüber hinaus gewährt der unternehmensinterne sogenannte „McPassport“ die Möglichkeit, im europäischen Ausland für eine gewisse Zeit zu arbeiten und zu leben. Dieses Austauschprogramm wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut angenommen, die aus persönlichen Gründen ihren Arbeitsplatz für eine gewisse Zeit ins europäische Ausland verlegen möchten. Besonders Studierende, die eine Zeitlang für McDonald’s hinter dem Verkaufstresen standen, nutzen den „McPassport“, wenn sie zum Beispiel von Deutschland nach Frankreich, Spanien oder Italien gehen, um hier ihre Ausbildung fortzusetzen und nebenher zu jobben. Silvia Merretz: „Bildung und interkultureller Austausch als solides Fundament zur Integration ist also keine Mär der Soziologen sondern McDonald’s beweist eindrucksvoll, dass und wie es geht!“
