Ganzheitliches Diversity Management
Menschen wertschätzen, Erfahrungen teilen und für das Geschäft nutzen
Ganzheitliches „Diversity & Inclusion” bei der BASF
„Diversity is the mix! Inclusion is making the mix work!” steht als Motto über einer Präsentation zu Diversity bei der BASF. Mit dem globen Projekt „Diversity & Inclusion” (D+I) stellt sich das Ludwigshafener Chemieunternehmen der Vielfalt. Wie Diversity von der BASF gelebt wird, erläutern Manager aus unterschiedlichen Abteilungen des im Dax notierten Chemiegiganten.

- Gelebte Diversity bei BASF | Foto: Rocco Thiede
Am Tisch sitzen Kollegen aus drei Kontinenten: Tom Argyle aus den USA, Lilian Hoh aus Singapur, Hansjörg Nickel aus Deutschland, Peter van den Hoek aus den Niederlanden und Sujay Rajagopalan aus Indien. Allein diese Konstellation von Menschen – mit ihrer unterschiedlichen ethnischen Herkunft, den verschiedenen Altersstufen und sicher auch kulturell-religiösen Hintergründen – spricht für sich.

- Peter van den Hoek | Foto: R. Thiede
„Wir arbeiten schon seit Jahrzehnten mit Kollegen aus anderen Nationen zusammen – aber jetzt geht es darum, den Nutzen von Vielfalt zu erkennen und im Geschäft umzusetzen.“
Peter van den Hoek verantwortet die Diversity-Strategie der BASF und ihre operative Umsetzung. Er erläutert, dass sein Unternehmen damit ein strategisches und geschäftrelevantes Thema aufgenommen habe: „Wer neue Märkte betritt, der muss seine Perspektive wechseln, die Menschen vor Ort kennen, die Unterschiede sehen und aktiv nutzen, sonst wird er im Business keinen Erfolg haben.“
Deshalb ist der Diversity-Ansatz bei der BASF auch ganzheitlich angelegt: „Es geht nicht um das, was man direkt sehen kann, wie Alter, Geschlecht oder Hautfarbe. Viel interessanter ist es doch, welche Erfahrungen und Werte die Menschen mitbringen.“ Daher sind Persönlichkeit, Charakter, Erfahrung, Bildung und Werteverständnis für ihn und sein Team von elf Mitarbeitern die eigentlich entscheidenden Größen. „Wir arbeiten schon seit Jahrzehnten mit Kollegen aus anderen Nationen zusammen – aber jetzt geht es darum, die Chancen von Vielfalt zu erkennen und im Geschäft zu nutzen. Wir wollen Kompetenzen und Fähigkeiten in unserem Unternehmen kontinuierlich erweitern. So können wir die unterschiedlichen Märkte, in denen wir aktiv sind, noch besser verstehen und uns bestmöglich auf sie einstellen“, so der Globale Teamleiter Diversity & Inclusion.

- Tom Argyle | Foto: R. Thiede
„Was vor zehn Jahren noch schwarz-weiß war, ist heute bunt – so wie unsere Unternehmensfarben.“
Um den Gedanken von Diversity & Inclusion in das ganze Unternehmen zu tragen, wurde in jeder Region ein D+I-Council installiert, und so genannte D+I-Botschafter überbringen die Ideen dann weltweit in sämtliche Länder, in denen die BASF präsent ist. Es gibt einen standardisierten Prozess, der aus Kick-off-Meetings, Wettbewerben bis hin zu Trainings und Mentoringprogrammen besteht. Wichtig ist eine offene Grundeinstellung bei den Personalverantwortlichen; „sie sind Multiplikatoren für unsere Botschaften“, sagt Tom Argyle, der als Leiter Controlling im Bereich Pflanzenschutz Deutschland arbeitet. Seit 2008 werden in der alle drei Jahre durchgeführten weltweiten Mitarbeiterbefragung auch zahlreiche Fragen zu Diversity abgehandelt. Die Ergebnisse spiegeln die Meinungen der Beschäftigten wider und zeigen Führungskräften, wo Verbesserungsbedarf besteht. Im Dialog werden dann in jeder Abteilung die Ergebnisse der Befragung analysiert. Verantwortliche für bestimmte Themen werden festgelegt, die sich darum kümmern, dass die Ideen auch umgesetzt werden.
Doch wie vermittelt man seinen Mitarbeitern das Thema „Vielfalt“? „Wenn erst einmal die Kernbotschaften stehen“, so Peter van den Hoek, „läuft ganz viel über Kommunikation.“ Vom Plakat über Newsletter, Videos, D+I Comics bis hin zu Management Dialogen wurde ein ganzer Kommunikationsmix eingesetzt. „Wir erreichen unsere Mitarbeiter damit im wahrsten Sinne des Wortes auf vielfältige Weise“, unterstreicht Lilian Hoh, die sich schwerpunktmäßig um die Kommunikation von D+I kümmert. Darüber hinaus bietet das Projektteam allen Geschäftseinheiten sogenannte „D+I Engagements“ an – Workshops, in denen für jeden Unternehmensbereich Handlungsfelder im Bereich Vielfalt und Wertschätzung maßgeschneidert werden. Am Ende der Workshops steht ein ganzes Bündel an Maßnahmen, für die Geschäftseinheit eine wichtige Hilfestellung, Veränderungen direkt anzugehen. 60 D+I-Engagements hat das Projektteam weltweit bereits organisiert, 50 weitere sind für das nächste Jahr geplant.

- Sujay Rajagopalan | Foto: R. Thiede
„Nur über kulturelle Unterschiede zu reden, ist zu wenig.“
„Wie arbeiten wir zukünftig zusammen?“ ist eine der Hauptfragen des D+I-Projekts der BASF. „Mitarbeiter sollen Verständnis füreinander und über den Werkszaun hinaus gewinnen“, hebt Sujay Rajagopalan hervor. Wer mit seiner oder ihrer Familie aus einem anderen Kontinent nach Deutschland kommt und damit aus einem anderem Kulturkreis, „ist froh, wenn Ehefrau und Kinder genauso willkommen geheißen werden wie man selbst und die Möglichkeit besteht, auch private Kontakte zu knüpfen“, erklärt er. „Nur über kulturelle Unterschiede zu reden, ist zu wenig.“ Das sieht auch Peter van den Hoek so: „Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich jeder Mitarbeiter wertgeschätzt fühlt und sein Bestes für die Firma geben kann. Nur so wird es auch in Zukunft möglich sein, die besten Köpfe für unser Unternehmen zu gewinnen und auch zu halten.“
„Dafür zu sorgen, dass sich Mitarbeiter aus verschiedensten Nationen wohlfühlen, das erfordert auch Geduld, aber vor allem Offenheit dem anderen gegenüber.“
Hansjörg Nickel, der seit über 25 Jahren in verschieden Positionen für sein Unternehmen arbeitet, bestätigt dies: „Ob bei Angestellten oder Kunden, in unserer langen Firmengeschichte wurde schon immer auf den Menschen gesetzt – sonst wären wir in den vergangenen Jahrzehnten sicher nicht so erfolgreich gewesen.“ Als Führungskraft hat er die wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich Beschäftigte aus verschiedensten Nationen wohlfühlen. „Das erfordert auch Geduld, aber vor allem Offenheit dem anderen gegenüber“, sagt Nickel.
Und die Menschen in der Firma merken, dass Fortschritte gemacht werden! „Was vor zehn Jahren noch schwarz-weiß war, ist heute bunt – so wie unsere Unternehmensfarben“, sagt Tom Argyle mit einem Augenzwinkern. Auf ihre Art spiegeln die anwesenden Experten und Experten genauso das bunte BASF-Logo wider: Sie sind die sichtbaren Botschafter/-innen der Vielfalt in einem globalen Sinne.
